Hohe Auszeichnung für Bernd Schleberger

Köln/Kreis Heinsberg. Mit dem Verdienstkreuz 1.Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist im Hause der Bezirksregierung in Köln unser Schulleiter Bernd Schleberger ausgezeichnet worden.

V. l. n. r.: Birgit Schleberger, Mariette Schleberger, Bernd Schleberger, Regierungspräsidentin Gisela Walsken, Christian Schleberger und Richard Schleberger

Mit dieser Ehrung wurde Schlebergers langjähriges soziales Engagement für Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen in Russland gewürdigt. Überreicht wurde das Verdienstkreuz von der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken in einer Feierstunde, die von einer herzlichen, sehr persönlichen Stimmung geprägt war.
Neben der Familie von Bernd Schleberger, der verheiratet ist und drei Kinder hat, zählten Oberkirchenrat Klaus Eberl, Landrat Stephan Pusch und Swetlana Andreewa, die stellvertretende Direktorin des Heilpädagogischen Zentrums aus dem russischen Pskow, zu den Gästen.
Für eine musikalische Einlage sorgten Lehrerin Beate Theißen und Schüler Volkan Semerci von der Rurtal-Schule mit «We will rock you».
Bernd Schleberger ist seit 37 Jahren Sonderpädagoge und seit 1999 Leiter der Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Er bedankte sich vor allem bei seiner Frau und seiner Familie, bei Klaus Eberl, dem Gründer des HPZ-Pskow,  und bei der Schulsekretärin Sabine Kraft.
Der Anstoß zu seinem sozialen Engagement wurde Anfang der 90er Jahre gegeben, als die Evangelische Kirche im Rheinland ein deutsch-russisches Versöhnungsprojekt in der Stadt Pskow in Westrussland initiierte und Bernd Schleberger, selbst katholisch, als ehrenamtlicher Mitarbeiter geworben wurde.
Das Ziel des Projektes ist es, die Lebenssituation behinderter Menschen in Pskow nachhaltig zu verbessern. So wurde das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) als Schule für schwerstmehrfach behinderte Kinder und Jugendliche geplant, errichtet und 1993 eröffnet.
Inzwischen ist - unter Mitwirkung von Schleberger - in Pskow ein in Russland einzigartiges System der Förderung behinderter Menschen mit, Frühförderzentrum, Sonderkindergarten, Förderschule, Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und betreuter Wohngemeinschaft entstanden.
Bernd Schleberger leistete wesentliche Beiträge bei der Vorbereitung der Eröffnung des HPZ und bei der Auswahl von Mitarbeitern in Pskow. Nahezu in allen Ferien reiste er nach Russland. Die enge Partnerschaft zwischen der Rurtal-Schule und dem HPZ geht auf seine Initiative zurück.
Ob Fortbildung der Pädagogen und Therapeuten in Russland, Entwicklung eines Konzeptes, das sowohl therapeutische Maßnahmen als auch die Stärkung der Elternrechte berücksichtigt, oder Erstellung eines Curriculum, das mittlerweile vom Moskauer Bildungsministerium als Modell für die ganze Russische Föderation empfohlen wird: Schleberger wirkte mit.
Auch um den Austausch mit russischen Heilpädagogen, um die Unterstützung der Vernetzung der Aktivitäten in Russland und um die Vermittlung persönlicher Kontakte zwischen Lehrern und Therapeuten aus Russland und aus Deutschland kümmerte er sich. Er organisierte auch integrative Projekte für Kinder aus beiden Ländern sowie Hilfstransporten zur materiellen Unterstützung des HPZ.
Bernd Schleberger ist auch «Manager» der «Rur-Rocker», der integrativen Schulband der Rurtal-Schule und der Hauptschule Oberbruch. Unter dem Motto «Wir zusammen» begeisterten junge Musiker mit und ohne Behinderung aus Oberbruch und aus Pskow in Deutschland und Russland mit ihrer „klassischen“ Rock- und Popmusik zehntausende Menschen.

 Quelle: AN-Online