Deutsch-russische
Winterfreuden im Allgäu
Rurtal-Schule
Oberbruch und Heilpädagogisches Zentrum Pskow in einer gemeinsamen Skifreizeit
Ein
kleines Jubiläum gab es in diesen Tagen in der Rurtal-Schule Oberbruch zu
feiern. Zum fünften Mal seit 1996 hieß es „Herzlich willkommen“ für Schüler/innen
des Heilpädagogischen Zentrums Pskow, die sich auf die gemeinsame Skifreizeit
mit den Schüler/innen der Rurtal-Schule und der Hauptschule Oberbruch freuten.
Mit dabei auch zwei Schüler/innen der Pskower Jugendblasmusikschule, die auch
im Sommer am großartigen Musikprojekt „MbI BMECTE – Wir zusammen“ in
Pskow teilgenommen hatten.
Die
jährlich stattfindenden integrativen Skifreizeiten der Rurtal-Schule gemeinsam
mit der Hauptschule Oberbruch in Immenstadt unter Leitung von Schulleitung Bernd
Schleberger sind schon lange Jahre Bestandteil der Schulprogramme beider
Schulen. Zur Tradition ist geworden, das die Pskower Schüler/innen des HPZ alle
zwei Jahre daran teilnehmen.
In Immenstadt fand die Gruppe herrliche Wintersportbedingungen bei viel Sonnenschein vor. Nicht nur Skikurse standen auf dem Programm, sondern sich auch selbst verpflegen, etwas von der fremden Sprache erlernen, sich auf die große Karnevalsfeier in der Rurtal-Schule vorzubereiten und gemeinsam zu feiern. Ein wunderschönes Erlebnis hatte die bunt gemischte Gruppe bei einem Narrenumzug im Allgäuer Örtchen Scheidegg, wo sie Brauchtumspflege in einer besonders bunten, originellen und friedlichen Weise mit nie gesehenen Maskierungen erleben durften. Eine ganz andere und schöne Art von Fasching bzw. Karneval.

Die
integrative Skifreizeit mit dem Leitthema „Wir entdecken die Welt“ ist Teil
eines von der Robert-Bosch-Stiftung maßgeblich geförderten dreijährigen
Programms zur Unterstützung von Schulpartnerschaften. 18 Schulen in Deutschland
erhielten insgesamt rund 500.000 € für langfristig angelegte
Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und Mittel- und Osteuropa. Diese neue
Initiative der Robert Bosch Stiftung baut auf dem bereits im fünften Jahr
laufenden Wettbewerb „Junge Wege in Europa – Zusammenarbeit zwischen Schüler-
und Jugendgruppen aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa“ auf. Die Stiftung
hatte hier bisher über 350 internationale Vorhaben von Schülern, davon zweimal
die Pskower Musikprojekte der Rurtal-Schule unterstützt.
Von
allen Projekten in den vergangenen fünf Jahren wählte die Robert Bosch
Stiftung die besten 60 Schulen aller Schulformen aus dem ganzen Bundesgebiet
aus, die sich um eine Förderung in Höhe von 30.000,00 € für 3
Jahre bewerben konnten. Die Rurtal-Schule war mit dem Thema „Grenzüberschreitungen
... für Frieden, Toleranz und Integration“ unter den 18 ausgewählten
Bewerbern dabei. Eine wunderbare Anerkennung für die bisher geleistete
deutsch-russische Projektarbeit von Rurtal-Schule und HPZ Pskow.
Während
der dreijährigen Förderung durch die Stiftung beschäftigen sich die 18 ausgewählten
Schulen kontinuierlich mit dem Partnerland. Dies geschieht durch Projektarbeit
und gemeinsame Unterrichtsphasen. Die Kollegien beider Schulen bauen ihre
Beziehungen aus und vertiefen sie, indem sie zum Beispiel Unterrichtsinhalte
abstimmen oder projektorientierte Schülerbegegnungen vorbereiten. Die
Einbindung in das gesellschaftliche Umfeld der jeweiligen Schule wird durch
Treffen zwischen Eltern, Fördervereinen oder den Schulen nahestehende
Organisationen gewährleistet. Zusätzlich zur Förderung durch die Stiftung müssen
die Schulen mindestens ein Drittel der benötigten Gelder selbst aufbringen oder
einwerben. Hier helfen wie in den vergangenen Jahren vor allem die
Sparkassenstiftung des Kreises Heinsberg und die Stiftung West-Östliche
Begegnungen Berlin.
So
konnten sich auch die Pskower Schüler/innen und ihre Betreuer/innen über die
Finanzierung ihrer Reise nach Deutschland und ins Allgäu im Februar 2004
freuen. Den rheinischen Karneval werden sie noch am Wochenende erleben, bevor
sie voller Eindrücke nach zwei wunderbaren und ereignisreichen Wochen die
Heimreise nach Pskow antreten. Sie werden viel zu erzählen haben und sie werden
sich auf ihre deutschen Freunde und Gäste im Juni freuen, wenn es wieder heißt
„Wir entdecken die Welt“, diesmal jedoch mit dem Rad von Nowgorod nach
Pskow. Auf der Strecke von 200 km werden russischen und deutschen Schüler/innen
an insgesamt 11 Tagen ihre körperlichen Grenzen erfahren, in der Natur übernachten,
vielen Menschen begegnen und einiges über russisches Brauchtum kennen lernen.
Die Fortsetzung der Begegnung folgt im Frühjahr 2005 mit einem weiteren großen deutsch-russischen Musikprojekt „MbI BMECTE – Wir zusammen – Musik für Frieden und Völkerverständigung“, diesmal jedoch in Oberbruch und natürlich mit den „Rur-Rockern“.